Zum Inhalt springen
06.08.2026 | ca. 7 Minuten Lesezeit
EEG 2027: Was sich für Photovoltaikanlagen ändern soll
Für neue Photovoltaikanlagen sind ab 2027 umfassende Änderungen geplant. Die feste Einspeisevergütung soll entfallen, die Einspeisung neuer Dachanlagen soll begrenzt werden und Eigenverbrauch, Speicher sowie Direktvermarktung sollen deutlich wichtiger werden.
Wir zeigen Ihnen, welche Änderungen nach dem Kabinettbeschluss vom 29. Juli 2026 vorgesehen sind und was für die Planung einer neuen PV-Anlage bedeuten könnte.

Das Wichtigste auf einen Blick

7,70 ct / kWh

Aktuelle Einspeisevergütung bei Teileinspeisung bis 10 kWp ab dem 01. August 2026.
ca. 5,2 ct /kWh

Geplante Übergangszahlung für neue Anlagen im Jahr 2027.
50%

Geplante dauerhafte Einspeisegrenze für neue Dachanlagen unter 100 kW.
36 Monate

Maximale Laufzeit der geplanten Übergangszahlung ab Inbetriebnahme.

Was soll sich ab 2027 ändern?

Nach dem aktuellen Entwurf soll sich die Förderung neuer Photovoltaikanlagen ab 2027 grundlegend verändern. Die bisherige feste Einspeisevergütung soll für Neuanlagen entfallen.
Stattdessen ist zunächst eine befristete Übergangszahlung vorgesehen. Gleichzeitig sollen neue Dachanlagen unter 100 kW dauerhaft höchstens 50 Prozent ihrer installierten Leistung ins öffentliche Netz einspeisen dürfen.
Dadurch sollen der Eigenverbrauch, die Nutzung eines Batteriespeichers und die intelligente Steuerung des Solarstroms stärker in den Mittelpunkt rücken.

Bis Ende 2026

  • feste Einspeisevergütung
  • Vergütungsdauer 20 Jahre plus Restjahr
  • keine dauerhafte 50-%-Einspeisegrenze
  • bestehendes Fördermodell

Geplant ab 2027

  • Übergangszahlung statt fester Vergütung
  • schrittweiser Wechsel zur Direktvermarktung
  • 50-%-Einspeisegrenze
  • Eigenverbrauch und Speicher werden wichtiger
Wie hoch soll die Übergangszahlung ausfallen?
Für neue Dachanlagen soll künftig ein einheitlicher anzulegender Wert von 6,2 Cent pro Kilowattstunde gelten - unabhängig von der Größe der Anlage.
Bei der vorgesehenen Übergangszahlung wird davon ein Cent pro Kilowattstunde abgezogen. Für die Anlagen, die 2027 in Betrieb genommen werden, ergibt sich damit zunächst eine Zahlung von ungefähr 5,2 Cent pro Kilowattstunde.
Die Übergangszahlung soll längstens bis zum Ende des 36. Monats nach der Inbetriebnahme gezahlt werden. Danach wäre eine Direktvermarktung oder eine unentgeltliche Abnahme des eingespeisten Stroms erforderlich.
Die Übergangsregelung soll schrittweise auslaufen
Wie lange die Übergangszahlung genutzt werden kann, soll vom Jahr der Inbetriebnahme und von der Größe der Photovoltaikanlage abhängen.
Bis 31. Dezember 2026
Für Anlagen, die noch 2026 in Betrieb genommen werden, gilt weiterhin das bestehende EEG mit fester Einspeisevergütung beziehungsweise Marktprämie.
2027
Übergangszahlung für neue Anlagen unter 50 kW.
2028
Übergangszahlung nur noch für neue Anlagen unter 25 kW.
2029
Übergangszahlung nur noch für neue Anlagen unter 7 kW.
Ab 2030
Keine Übergangszahlung mehr. Überschüssiger Strom müsste dann direkt vermarktet oder bei Anlagen unter 100 kW unentgeltlich abgegeben werden.

Was bedeutet die geplante 50-Prozent-Einspeisegrenze?

Neue Dachanlagen unter 100 kW sollen ihre Einspeiseleistung am Netzverknüpfungspunkt dauerhaft auf 50 Prozent der installierten Leistung begrenzen müssen.
Bei einer Photovoltaikanlage mit 10 kWp könnten damit gleichzeitig höchstens 5 kW in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden.
Die Regelung soll ausdrücklich dazu führen, dass mehr Solarstrom direkt im Gebäude genutzt oder in einem Batteriespeicher zwischengespeichert wird.
Welche Postionen im konkreten Angebot anerkannt werden, sollte vor der Antragstellung geprüft werden.

Warum wird ein Batteriespeicher jetzt wichtiger?

Photovoltaikanlagen erzeugen einen großen Tei ihres Stroms in den Mittagsstunden. Wird zu diesem Zeitpunkt im Haus nur wenig Energie benötigt und darf gleichzeitig nur ein Teil der Anlagenleistung eingespeist werden, kann ein Teil der möglichen Erzeugung ungenutzt bleiben.
Ein Batteriespeicher nimmt den überschüssigen Solarstrom auf und stellt ihn zu einem späteren Zeitpunkt wieder zur Verfügung - beispielsweise am Abend, für die Wärmepumpe oder zum Laden eines Elektroautos.
Dadurch steigt der Eigenverbrauch und die geplante Einspeisebegrenzung kann besser ausgeglichen werden.

Was bedeutet Direktvermarktung?

Bei der Direktvermarktung wird der eingespeiste Solarstrom nicht mehr zu einem gesetzlich festgelegten Preis vom Netzbetreiber abgenommen. Stattdessen verkauft ein Dienstleister den Strom im Auftrag des Anlagenbetreibers an der Strombörse.
Vertrag abschließen
Technik vorbereiten
Anlage zuordnen
Strom vermarkten
Erlöse abrechnen

Was passiert bei negativen Strompreisen?

Der Eigenverbrauch soll zum wichtigsten Wirtschaftlichkeitsfaktor werden

Mit dem geplanten Wegfall der festen Einspeisevergütung verschiebt sich die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage stärker auf den selbst verbrauchten Solarstrom.
Eine eingespeiste Kilowattstunde könnte künftig nur noch ungefähr fünf bis sechs Cent einbringen. Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt dagegen den Netzstrom, der mit ungefähr 35 Cent angesetzt wird.
Selbst genutzer Solarstrom kann damit etwa sechs- bis siebenmal wertvoller sein als eingespeister Strom.

Diese Komponenten machen den Solarstrom im eigenen Haus nutzbar

Batteriespeicher

Speichert überschüssigen Solarstrom für den späteren Verbrauch.
Wärmepumpe

Kann Wärme und Warmwasser bevorzugt während der Solarstromerzeugung bereitstellen.
Wallbox

Lädt das Elektroauto möglichst mit selbst erzeugtem Strom.
Klimaanlage

Nutzt Solarstrom genau dann, wenn die Anlage im Sommer besonders viel Energie erzeugt.

Sind bestehende Photovoltaikanlagen betroffen?

Nein.
Nach dem aktuellen Entwurfsstand sollen die neuen Regelungen ausschließlich für Neuanlagen gelten.
Bestehende Photovoltaikanlagen sollen ihre bisherige Förderhöhe und Förderdauer behalten. Auch die geplante dauerhafte 50-Prozent-Einspeisegrenze soll nicht nachträglich für Bestandsanlagen gelten.
Dennoch kann es sinnvoll sein, bestehende Anlagen durch einen Batteriespeicher, eine Wallbox, eine Wärmepumpe oder ein Energiemanagementsystem zu ergänzen.

Sollte eine Photovoltaikanlage noch 2026 in Betrieb genommen werden?

Nach dem aktuellen Entwurf soll eine Inbetriebnahme bis zum 31. Dezember 2026 weiterhin die heute geltenden Vergütungsbedingungen für 20 Jahre plus Restjahr sichern.
Das Jahr 2026 kann deshalb ein wichtiges Zeitfenster sein. Dennoch sollte eine Photovoltaikanlage nicht allein aufgrund eines Stichtags geplant werden. Entscheidend sind weiterhin eine passende Anlagengröße, ein realistischer STromverbrauch und ein sinnvoll abgestimmtes Gesamtsystem.
Batteriespeicher, Wärmepumpe, Wallbox und Energiemangement sollten bereits bei der Planung berücksichtigt werden.

Sie überlegen, sich dieses Jahr noch eine Photovoltaikanlage installieren zu lassen?

Lassen Sie sich bei einem unverbindlichen Beratungstermin von uns zum Thema Photovoltaikanlage beraten!

Zentrale in Karlsbad

Niederlassung in Eichstetten